Der GANDIVA YOGA Newsletter: Die Qualität eines Asanas hat lebenslanges Potenzial

Die GANDIVA YOGA Sommerpause hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine Pause vom Unterrichten und das intensivere Eintauchen in die eigene Praxis ist, um ‚inspiriert‘ zu werden für die Kurse nach der Pause.
Ich praktiziere nun seit rund 25 Jahren Yoga und stelle immer wieder fest, dass selbst die vermeintlich einfachsten Übungen – und erst recht herausfordernde Asanas – lebenslanges Potenzial haben, sich also weiterentwickeln. ICH entwickle mich in dem Asana weiter.
Das heißt, die Qualität einer Haltung ändert sich fortwährend. Was meine ich mit ‚Qualität‘?

Wenn wir zum Beispiel in einer Gleichgewichtshaltung sind, ist der Kopf meist sehr damit beschäftigt, nicht aus der Haltung zu ‚kegeln‘, also das Gleichgewicht möglichst stabil und lange zu halten. Wir sind dabei oft viel zu sehr im Kopf. Und das geht zulasten des Spürens.

Wenn wir dann beispielsweise eine Gleichgewichtshaltung, wie in der ersten Woche nach der Sommerpause den Adler und den Helden III, sehr gut vorbereiten, diese Asanas dann einmal ausführen, die vorbereitenden Übungen noch einmal wiederholen und dann auch die Asanas erneut einnehmen, dann kommt es zu oft zu besagter Veränderung. Es kommt zu einer anderen ‚Qualität‘ in den Asanas. Das heißt, wir kommen bei den Wiederholungen mehr raus aus dem Kopf und es öffnet sich ein Raum. Ein Raum, in dem wir mehr im Spüren sind. Raus aus dem ‚Hoffentlich ‚kegele‘ ich nicht gleich wieder aus der Haltung. Anstrengung. Festhalten statt Fließen. Rein ins Spüren. Weg von dem ‚Hoffentlich kann ich lange in dieser Gleichgewichtshaltung bleiben.‘, hin zu neuen Erfahrungen. Sich anders spüren in den Asanas. Den Fokus weg vom Gleichgewichthalten hin zu neuen Erfahrungen, die plötzlich Raum haben. Der Fokus ändert sich. Ich mache immer wieder neue Erfahrungen. Ich verweile in der Haltung. Und irgendwann spüre ich keinen Fokus mehr, keine Anstrengung. Ich spüre mich intensiv und werde mehr eins mit dem Asana. Und in meinem Kopf ist Ruhe. Das Gedankenkarussell hat angehalten.

Was ich mit ‚Qualität‘ meine, erschließt sich erst durch die eigene Erfahrung, das Spüren, das ’sich-anders-Wahrnehmen‘, die Haltung und die Wirkung der Haltung anders erfahren.

Wir haben in besagter Yoga-Stunde nach vier vorbereitenden Gleichgewichtsübungen den Helden III und den Adler praktiziert. Und sicher habt Ihr dabei festgestellt: Es war wie immer. Ich ‚kämpfe‘ mit dem Gleichgewicht. Und ich muss mich sehr anstrengen.
Dann haben wir sowohl die vorbereitenden Übungen als auch den Helden III und den Adler wiederholt.
Und dann kam Eurerseits ganz tolles Feedback:
‚Ich konnte die Übungen und Asanas länger halten.‘
‚Ich war stabiler in den Übungen und Asanas.‘
‚Ich habe bei den Wiederholungen eine ganz andere Leichtigkeit gespürt‘.
‚Ich war nicht mehr so im Kopf.‘
‚Ich habe viel mehr gespürt, weil ich mich nicht mehr so um das Halten des Gleichgewichtes bemühen musste.‘
‚Ich musste mich bei den Wiederholungen weniger anstrengen, bemühen.‘

Wir kommen dann unserem Ziel, in die Balance zwischen AN- und ENTspannung zu kommen, deutlich näher. Oft hört Ihr mich in den Kursen sagen: Haltet nur das an Anspannung, was Ihr unbedingt braucht, um in diesem Asana bleiben zu können. Alles andere LOSLASSEN. Lasst sich so etwas wie MÜHELOSIGKEIT entwickeln.
Und dann kommen sie wieder, Eure herrlichen Kommentare ‚Ja ja, im nächsten Leben … .‘, ‚Wie soll sich das denn mühelos anfühlen? …‘ und andere mehr. Wir lachen dann herzhaft.

Wenn Ihr einmal die Erfahrung gemacht habt, raus aus dem Kopf, rein ins Spüren, rein in eine Art von Leichtigkeit, dann wisst Ihr, was ich meine und dann wird sich auch diese neue ‚Qualität‘ immer weiterentwickeln. Der neue Raum weitet sich. Vielleicht gibt es mal wieder ein Rückschrittchen, aber dann geht der neue Raum auch wieder noch weiter auf. Der Raum der Erfahrung. Der Raum der Erkenntnis.

Und immer bedenken: Nichts WOLLEN! Praktizieren, um zu erleben, zu spüren, zu erfahren.

Ich hoffe, Ihr konntet Eure Yoga-Praxis zu Hause in den letzten Tagen auch schon einmal entsprechend umstellen und dadurch ganz neue Erfahrungen machen.

Einfach dranbleiben, praktizieren und irgendwann, egal wann, wisst Ihr, ‚Ahhhh, DAS hat sie mit ‚Quaität‘ eines Asanas gemeint. Berichtet gerne.

💛 Sommerliche Herzensgrüße. 💛
Eure Ute